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Nachruf Josef Schmitt



*29. August 1900 | ± 4. Mai 2000

 

Neuwied, 03.01.2000


Unser Ehrenmitglied Josef Schmitt starb kurz vor seinem 100. Geburtstag am 4.Mai 2000.

Schon 1921 trat der im Saarland geborene in die Neuwieder-Ruder-Gesellschaft ein. Er erlebte Höhen und Tiefen der NRG, besonders in den Wirren der Nachkriegszeit, wo das schon stark beschädigte Bootshaus und die Boote durch Plünderer und Besatzung zum Opfer fielen. Er war viele Jahre Vorstandsmitglied als Haus und Wirtschaftswart und dabei maßgeblich am großen Erweiterungsbau aus Anlass des 75. Vereinsjubiläums beteiligt. Die neue Terrasse nannte man nach ihm und seinem Bruder Bernhard, der zu der Zeit Schatzmeister der NRG war, liebevoll "Schmittenhöhe".

Er hatte auch stets ein Herz für die Jugend und brachte, als wir noch Regatten besuchten, die Rennmannschaften oder Schlachtenbummler zum Regattaplatz. Als Mitglied des Ältestenrates erfreute er sich bei alt und jung der größten Wertschätzung.

Als er 1980 achtzig Jahre alt wurde, war ich Vorsitzender der NRG und ich fragte, ihn was ich ihm für eine Freude machen könnte. Als er nicht gleich wußte, was er antworten sollte, bot ich ihm an, mit mir einen Flug über seine Heimat zu machen. Damit war er sofort einverstanden.
So starteten wir dann bei herrlichem Wetter in Richtung Saargebiet. Über Sulzbach, seinem Geburtsort kreisten wir eine Weile. Er fand sich hervorragend zurecht und zeigte mir sein Geburtshaus. Nach einigen Vollkreisen flog ich dann zunächst zum Flugplatz Neumagen, auf der Moselhöhe. Hier kauften wir von den Fliegern, die alle Winzer sind ein paar Flaschen Wein, um danach unseren Flug zum Flugplatz Dahlemer Binz, in der hohen Eifel fortzusetzen.
Hier tranken wir gemütlich Kaffee. Sepp wollte gern mal den Kölner Dom von oben sehen. Kein Problem, sagte ich und eine viertel Stunde später kreisten wir über Köln. Er war begeistert und meinte jetzt sei es sicher genug, denn es würde sonst zu teuer für mich. Bevor wir aber zum Flugplatz zurück flogen sahen wir uns noch Neuwied von oben an und besonders das Bootshaus und sein eigenes Haus. Nach der Landung meinte er, ich hätte ihm kein schöneres Geburtstagsgeschenk machen können.


Als er bereits 97 Jahre alt war, erfuhr er, daß ich ein Ruderboot selbst bauen würde. Das wollte er sich unbedingt einmal ansehen.
So stand er eines Tages vor meiner Haustür mit einer Flasche Wein unter dem Arm. Ich will das Boot sehen, sagte er nur.
Er hatte den ganzen Weg zu Fuß zurückgelegt. Das waren gut und gerne 2 Kilometer. Er bestaunte mein Boot und gratulierte mir zu diesem Erfolg. Den Heimweg machte er aber nicht mehr zu Fuß. Ich zog es vor ihn mit dem Auto nach Hause zu fahren.


In einem Schreiben an die Neuwieder Ruder-Gesellschaft schreibt Ursula Schmitt: "Mein Vater war immer sehr gerne in der NRG. Viele Stunden hat er dort verbracht. Danke !"


Wir werden Josef Schmitt stets ein ehrendes Andenken bewahren.

 



Bericht: Rolf Petry

Foto: Rolf Petry




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