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Als "Gastarbeiter" in Masuren
NRG-Ruderer leisten "Erste Hilfe" für den DRV-Bootspark in Polen


Trotz Kälte und weiter Anreise mit Spaß bei der Arbeit.

 

Neuwied, 28.10.2003


Es fing damit an, daß wir alten Herren der Neuwieder Ruder-Gesellschaft unsere 20. AH Tour 2004 auf den Masurischen Seen machen wollten.

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Beim Wanderruderertreffen in Verden erkundigte ich mich bei Hans Hermann Mayer nach dem Zustand der Boote, die der DRV dort stationiert hat.
Als Antwort sagte er mir, Du bist der richtige Mann, der die Boote reparieren kann, und bat mich mit einer Crew im Oktober nach Wilkasy zu fahren.
Zunächst etwas überrascht, erklärte ich mich dazu bereit.

Mit von der Partie waren Hubert Geschwill aus Goch, Axel Eichhorn aus Berlin sowie Kalle Müller und ich aus Neuwied.

Ein Anruf beim Zollamt in Koblenz, wo ich mich erkundigen wollte was zu beachten sei wenn wir Werkzeug und Maschinen mitnehmen. Die Antwort war ernüchternd. Was wir dort vorhätten sei eine passive Veredelung, wir bekämen an der Grenze große Schwierigkeiten und man riet mir dringend von der Mitnahme von Maschinen ab.


So reisten Kalle und ich am 20.10. zunächst nach Berlin, wo uns Hubert und Axel am Bahnhof Zoo abholten. Weil wir uns aber noch nicht kannten, habe ich als Erkennungszeichen meine weiße Rudermütze aufgesetzt.

Nach einer Übernachtung um Bootshaus des RV Tegelort starteten wir am nächsten Morgen um 4 Uhr in Richtung Polen. Der Grenzübergang in Küstrin dauerte keine Minute und außer Gesitskontrolle wurden wir nach nichts gefragt. Die anstrengende Fahrt endete nach 13 Stunden in Wilkasy, wo wir ein wunderschönes Quartier im "Haus Oberberg" vorfanden.
Die Besitzer der Pension, das Ehepaar Feldmann, sprachen perfekt Deutsch, so daß es keine Verständigungsschwierigkeiten gab.



Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster sah, rührte mich der Schlag. 10 cm Schnee war in der Nacht gefallen. Die Außentemperaturen lagen unter dem Gefrierpunkt. Wir stärkten uns zunächst mit einem reichhaltigen und guten Frühstück bevor wir zu den Booten fuhren. Diese lagen auf einem Hänger in einer riesigen Halle, die mit Motor und Segelyachten vollgestopft war.


Mit Hilfe des Pächters der Halle buxierten wir den Hänger an eine andere Stelle, wo wir für unsere Arbeiten genügend Platz hatten. Es gab hier auch Licht und Steckdosen aber keine Heizung.




Beim Anblick rührte uns zum zweiten Mal der Schlag. So wie der Zustandsbericht, den Hubert Geschwill schon vorher verfasste, fanden wir die Boote vor.

 



Wir machten uns unverzüglich an die Arbeit, denn gegen die grimmige Kälte half nur tüchtige Bewegung und die hatten wir beim Abkratzen und Schleifen reichlich. Besonders im Bootsinneren war das zeitraubend.


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In den 5 Arbeitstagen konnte wir zwei Vierer bis zum Lackieren vorbereiten.


Erst im Mai werden wir Leimen und Lackieren können, damit die Boote für die Saison 2004 benutzbar sind.



Rolf Petry

 

 









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