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Hommage an Marie-Luise Börder
von Ernst Pobloth



Marie-Luise Börder

 

Neuwied, 14.12.2003


Ich glaube, es war der Tag des Anruderns im Mai 1980, der mich zum ersten Mal ins Bootshaus führte. Der erste Vorsitzende hatte mich zu einem Gespräch über die Einführung des Hockeysports bei der Neuwieder RG eingeladen.

Eine Kuchentheke war aufgebaut. Würziger Kaffeeduft lag in der Luft. Die Ruderer waren noch auf dem Wasser. Ich stand wohl etwas hilflos herum, als mich eine junge Frau mit wachen, freundlichen Augen herzlich begrüßte. "Möchten Sie ein Stück Kuchen. ´Ne Tasse Kaffee?" Und ehe ich mich versah, waren wir in ein anregendes Gespräch vertieft, an dessen Ende ich über die gesellige NRG bestens informiert war.
Sie konnte gut und humorvoll erzählen. Hier gefällt`s mir, dachte ich. Ich werde hier bleiben.

Die junge freundliche, ja herzliche Frau, die mir auf diese Weise den Einstieg in unsere NRG leicht gemacht hat, war Marie-Luise Börder.

Oft habe ich in diesen Tagen an meine erste Begegnung mit ihr gedacht und daran, wie sie - und auch ihr KaDe - sich von Anfang an für die nun wachsende Hockeygemeinschaft eingesetzt haben. Der Kuchentheke ist sie treu geblieben - bis zum Schluss. Erst bei den Kleinen, wenn sie ihre Turniere hatten und mit viel Durst und Hunger an die Theke gestürzt kamen, wo Marie-Luise und ihre Mitstreiterinnen die hungrigen Münder stopften. Später dann bei den "Krückstock"-Turnieren, wo sie trotz ihrer Behinderung behände hinterm Tresen agierte und mit ansteckender Fröhlichkeit zum Wohlbefinden aller so sehr beizutragen wusste.

Letzteres tat sie auch am Stammtisch, jeden Freitag, wenn die "Krückstöcke" nach ihrem Training ins Bootshaus kamen. Heiß ging es oft her. Denn beim "Krückstock" wurde heftig diskutiert, und man schonte einander nicht. Und "et Marieluis" war immer mittendrin. Sie hatte einen wachen Geist und ließ nicht locker, wenn sie merkte, dass einer nicht schlüssig argumentierte. Ich mochte gern mit ihr streiten, wusste ich doch, dass sie genau so viel Freude daran hatte. Selbst ihrem KaDe, der gerade in solchen Situationen besonders stolz auf sie war (Es war nicht zu übersehen!), gab sie contra - und nicht zu knapp! Aber böse Worte hörten wir nie von ihr. Im Gegenteil! Man konnte so herrlich mit ihr lachen -
Ihr Lebensmut und ihre Fröhlichkeit haben uns in der Freitagsrunde gutgetan.
Sie war zu beneiden um ihr Gottvertrauen.

Da ist jetzt eine Lücke. Sie schmerzt.


- Ernst Pobloth -




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