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Erkundungsfahrt Warthe
unterwegs auf unbekannten Gewässern in Polen



Schon im Vorfeld hatte Fred Hoppe mit einigen Problemen zu kämpfen. Anzahl der Teilnehmer, welche Fahrzeuge, Absagen, Dolmetscher, Hotels, Etappenziele und, und, und. Fred ließ nichts anbrennen und fuhr mit Rolf Neumann mit PKW die Strecke von Poznan (Posen) bis Kostryn (Küstrin) schon Wochen vorher ab. Am 12. April fanden sich die ersten Teilnehmer in Rinteln ein. Mit Waldemar als Busfahrer und im Bulli mit 4 Vierern auf dem Hänger ging die Anreise über Berlin, wo weitere Teilnehmer zustiegen, nach Poznan. Die letzten beiden, die mit der Bahn angereist waren, erwarteten uns im Hotel in Posen.

Hier trafen wir auch unsere polnische Reisebegleiterin Katharina. Sie war nicht nur unsere Dolmetscherin, sie entpuppte sich auch als wertvolle Helferin beim schleppen von Booten und Zubehör, bei der Unterbringung der Boote nach den Tagesetappen und beim Einkaufen von Lebensmitteln für das jeweilige Mittagsbuffet. Ihre Sachkenntnis bei Stadtführungen und Besichtigungen waren sehr informativ und ihr Gespür für das Wesentliche machte uns das Zuhören leicht.

Die Unterbringung im Novotel im Zentrum von Poznan und im Qubus Hotel in Gorzow, früher Landsberg, ließen keine Wünsche offen. Die Preise gleichen sich allmählich unseren mitteleuropäischen Preisen an.

Die Warthe ist ein völlig der Natur überlassener Fluß, ohne Schiffsverkehr, ohne Schleusen mit einer leichten Strömung von ca. 3 bis 4 Km in der Stunde und einer Breite etwa wie der Main. Am Ufer sahen wir viele, offenbar von Bibern gefällte Bäume. Auffallend viele Schwäne boten ein faszinierendes Bild, wenn sie vor unseren Booten starteten und in Schwärmen von über 50 Tieren über unsere Köpfe flogen.

Die Einwohner der Ortschaften waren meist Aussiedler aus Ostpolen und erwiesen sich als außerordentlich freundlich und hilfsbereit. Da der Fluß zur Zeit einen erhöhten Wasserstand hatte, konnte man weit in das Hinterland sehen, dessen Wiesen und Felder teilweise überflutet waren. Außer den Wasservögeln entdeckten wir viele Rehe und Wildschweine, die auf den schmalen Dämmen zu beiden Seiten von den Wassermassen eingeschlossen waren.

Die 245 Km in 7 Tagesetappen zwischen 28 und 35 Km bedeuteten keine Probleme, zumal wir meist Schiebewind hatten. 4 Tage Sonnenschein und 3 Tage teilweise Regen, oft bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, waren nur gebremstes Hoppewetter, aber das schmälerte nie unsere gute Laune. Unsere Reisebegleiterin Katharina, die inzwischen nicht mehr von uns Ruderern zu unterscheiden war, steuerte auf der letzten Etappe bis Küstrin eines unserer Boote, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte.

Beim Abschiedsabend im Hotel, bei der Fred noch mal die Reise Revue passieren ließ, dankte er allen Helfern und besonders Katharina, die sich auch als eine gute Botschafterin für Freundschaft und Verständigung bewährt hatte.


Rolf Petry

Foto: Christel Nennstiel.




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